Leitungen einziehen

Nach dem Verlegen der Leerrohre (KG, EG, OG) und dem Fräsen der Mauerschlitze stand irgendwann das Einziehen der Leitungen an. An zwei Wochenenden hatte ich jeweils freiwillige Helfer, da diese Arbeit alleine quasi unmöglich ist. Die wichtigsten Hilfsmittel waren:

  • eine anständige Kabeleinzughilfe. Ich habe von Anfang an eine „KATIblitz“ (30m) verwendet und das nicht eine Minute bereut. Geht wirklich „blitz“schnell und ist äußerst robust. Insgesamt sind drei mal die Einzug-Enden (das Messingstück mit Gewinde) von der Glasfaser abgerissen, war aber dank dem mitgeliferten Kleber schnell zu reparieren.
  • bei einer besonders hartnäckigen Strecke ging’s nicht ohne „Glitt“ (Gleitmittel für Kabel). Thomas war so freundlich mir kurzfristig eine Flasche davon (Marke 3M) vorbei zu bringen, ansonsten würde meine KATI wohl noch heute auf halber Strecke in einer Wand hängen… 😉
  • Funkgeräte! So ein Haus ist groß, irgendwo läuft vielleicht noch ein Radio, und man muss sich unterhalten… („stop!“ – „jetzt weiter!“ – …). Ein Paar gibt’s bei eBay für rund 15,- EUR.
  • Abroll-Hilfe. Gibt’s beim Baumarkt (rund 70,- EUR), als Profi-Gerät („Rollprofi“) oder als Eigenbau-Konstruktion. 🙂 Für meine Zwecke hat’s gereicht. Eine OSB-Restschnitt-Platte, zwei Holzlatten und vier Winkel für keine 5 EUR beim Baumarkt. Dazu noch eine Baustahlstange vom Baumüll, und fertig:
  • ein „Bosch PMF 180“ Multifunktionswerkzeug. Mit dem Sägeblatt ließen sich die recht starken Betonleerrohre am Technikschacht bequem bündig abschneiden.

Der Workflow war dann:

  1. mit Excel mal alle Leitungen (grob) durchzählen, Längen addieren und entsprechend Kabel bestellen. Möglichst auf Trommeln (damit man das ohne Verdrillen in die Leerrohre einführen kann), und möglichst wenig gestückelt. Zu den von mir verwendeten Leitungen werde ich noch einen separaten Beitrag schreiben.
  2. Leerrohre im Technikschacht mit Kabelbindern bündeln (sorgt für mehr Ordnung und erleichtert die Arbeit)
  3. Leerrohre am unteren Ende des Technikschachts bündig zur Betondecke abschneiden (bevor man die Leitungen einzieht)
  4. Helfer organisieren und Leitungen einziehen. Immer einen Elektroplan/Grundriss bereit halten, Kabel beschriften und im Plan entsprechend markieren/abhaken. Am besten beide Enden beschriften (z.B. „O3L1“: Obergeschoss, Zimmer 3, Licht, Auslass 1).

Mit wortwörtlich kräftigen Einzug-Helfern war das Ganze in umgerechnet zwei Tagen erfolgreich erledigt. Als Belohnung konnte ich dann mit einem provisorischen Sicherungskasten binnen einer Stunde alle Räume mit Licht versorgen. Bei Reichelt gibt es E27 LED-Birnen für 1,69 EUR. Dazu jeweils eine Renovierfassung und eine Hand voll WAGO-Klemmen – voilá.

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