Hauseingang (III)

Bevor es mit der Baubeschreibung los geht, erst ein paar Worte zum benötigten Material. Feinsteinzeug-Platten kann man im Prinzip auf drei Arten verlegen: klassisch im Splittbett, auf Stelzlagern (früher auf Mörtelsäckchen) oder eben auf Drainmörtel. Die Splittvariante hat den Nachteil, dass Platten früher oder später locker und/oder schief liegen. Stelzlager sind für größere Flächen sicher gut geeignet, beim Hauseingang mag ich das bezweifeln; zudem klingt es leicht „hohl“ wenn man mit harten Schuhen darüber läuft (auf der Terrasse sicher auch weniger ein Problem als beim Eingang). Die Variante mit dem Drainmörtel erscheint mir am ordentlichsten, wenngleich die auch nicht ganz unkompliziert ist. Auf den verdichteten Schotter wird eine mindestens 4cm dicke Schicht Drainmörtel aufgetragen und absolut gerade abgezogen. Die Feinsteinzeug-Platten werden von unten mit Zementhaftschlämme bestrichen, dann auf den Drainmörtel gelegt und mit dem Gummihammer festgeklopft.

Der Drainmörtel (auch „Einkornmörtel“ genannt) ist im Prinzip ein wasserdurchlässiger Mörtel (Körnung: 4mm, ohne Nullanteile). Die Idee ist, dass Oberflächenwasser nach unten abgeführt werden kann und somit nicht den Belag „sprengt“. Ich habe den Mörtel fertig als Sackware beim Hornbach gekauft (knapp 8,- €/Sack). Pro Platte benötigt man mindestens 60x60x4cm = 14,4 Liter, also über einen Sack. Inzwischen habe ich gelernt, dass Profis sich den Mörtel äußerst günstig selber anmischen (einfach Sand/Kies in 4mm Körnung liefern lassen und mit Zement anrühren). Die Zementhaftschlämme wird benötigt, damit die Platten auf dem Drainmörtel haften bleiben (manche Leute verwenden stattdessen Fliesenkleber). Kompliziert ist, dass der Drainmörtel und die Haftschlämme eine unterschiedliche „Offenzeit“ haben. Ich hatte beim Verlegen der Platten teils 35° Außentemperatur, es war ziemlich schwierig, dass nicht andauernd eines der beiden Materialien antrocknet…

Vor dem Verlegen kam aber erst mal das Shoppen. 🙂 Den Drainmörtel und die Platten habe ich beim Hornbach gekauft und liefern lassen (80 Sack Mörtel, 76 Feinsteinzeug-Platten).

80 Säcke Drainmörtel... ... und 76 Feinsteinzeug-Platten.

Da ich einige Platten später bei der Terrasse auch diagonal schneiden muss, brauchte ich eine entsprechend große Steinsäge. Ich habe für rund 350 Euro eine von CrossTools gekauft – als Leihgebühr hätte der Betrag gerade mal für eine Woche gereicht… Dazu noch eine hochwertige Trennscheibe für Keramik (von Bosch), und schon konnte es los gehen.

mein neues Spielzeug: die Steinsäge

Erst habe ich den Drainmörtel angerührt, verteilt und abgezogen:

Erst den Drainmörtel auftragen...

Anschließend habe ich die Platten ggf. zurecht geschnitten, mit Haftschlämme bestrichen und schließlich verlegt. Aufgrund der Einarbeitungszeit (hab‘ sowas ja bis dahin noch nie gemacht) hat’s anfangs etwas gedauert, aber ich war zufrieden. Aber um ehrlich zu sein: eine Platte klang am nächsten Tag etwas hohl, die habe ich also noch mal herausgehoben und neu verlegt (dann war alles gut). Die frisch verlegten Platten sollen übrigens 2-3 Tage lang nicht belastet werden.

... und dann die mit Platten (mit Haftschlämme) auflegen. mindestens 4 cm Drainmörtel erster Zwischenstand

So ging es dann am nächsten Tag bei brütender Hitze weiter… ich hatte mir extra einen Sonnenschirm aufstellen müssen, da sonst der Drainmörtel binnen kürzester Zeit angetrocknet wäre.

bei brutender Hitze ging's weiter...

Und irgendwann war das Werk dann erfolgreich vollendet. 🙂

fertiger Hauseingang fertiger Hauseingang

Die Fugen wurden einige Monate später noch mit spezieller Fugenmasse verfugt (PCI Pavifix 1K – sündhaft teuer, aber super zu verarbeiten). Diese Fugen bleiben dauerhaft wasserdurchlässig.

Danach ging es mit der Terrasse weiter – Fortsetzung folgt…

Hauseingang (II)

Bevor es an das Verlegen der Feinsteinzeug-Platten ging musste erst der Fußabstreifer an seine endgültige Position eingebaut werden. Das ist gar nicht sooo einfach: das Gefälle des Eingangspodest und das Fugenmuster (inkl. Fugenbreite) müssen dabei bereits genau berücksichtigt werden.

Position des Fußabstreifers markiert

Am Ende habe ich festgestellt, dass mein Ablaufrohr etwa 5cm falsch saß – das zu korrigieren hat mich noch mal fast zwei Stunden gekostet… 😕

Damit Kleinzeug, das in den Fußabstreifer fällt, nicht dauerhaft im Abflussrohr verloren geht und gröberer Dreck nicht das Drainagerohr zusetzt, habe ich ein kleines Edelstahl-Gitter zwischen das KG-Rohr und den Fußabstreifer eingelegt – quasi ein „Sieb“:

Edelstahl-Sieb unter Fußabstreifer Edelstahl-Sieb unter Fußabstreifer

Zum Schluß wurde der Kasten noch ordentlich eingemörtelt. Auch unter dem Fußabstreifer befindet sich ein Mörtelbett – schließlich soll der auch nicht wackeln wenn man ein paar Jahre lang kräftig die Füße darauf abgetreten (=aufgestampft) hat.

Fußabstreifer fertig eingemörtelt

Fortsetzung folgt…

Hauseingang (I)

Nachdem die Erdarbeiten für die Lüftungsrohre abgeschlossen waren, konnten wir endlich mit den Arbeiten für den Hauseingang starten. Langsam wurde der ganze Dreck, den wir zwangsweise ins Haus hineingetragen haben, auch nicht mehr erträglich.

Die Planung des Eingangsbereichs hat mich viele Abende gekostet – alleine die unüberschaubare Auswahl an Materialien stellt einen vor eine schwierige Aufgabe. Schließlich möchte man ja nicht in ein paar Jahren wieder alles anders machen, sondern das soll schon für die nächsten 20-30 Jahre so bleiben…

Nach langen Überlegungen stand fest: als Belag nehmen wir graue Feinsteinzeug-Platten (60×60), eingefasst mit Granit-Randsteinen. Ein Fußabtreter soll vor der Haustür eingelassen sein, um groben Schmutz aufzunehmen.

Da der Eingang auf der Westseite liegt und daher mit viel Regenwasser im Fußabtreter zu rechnen ist, habe ich zuerst eine kleine Entwässerung dafür vorbereitet (ein KG-Rohr beim Eingangspodest, das zu einem ca. 2m Drainagerohr führt):

Drainagerohr und Ablauf für den Fußabtreter

Der geplante Eingangsweg wurde zudem noch mit einem weiteren KG-Rohr „unterführt“, durch das später Wasserleitungen für die automatische Bewässerung gezogen werden können (ganz links im Bild):

"Unterführung" des Eingangsweges

Nach unzähligen Durchgängen an Schottern und Verdichten konnte ich dann endlich mit den ersten Randsteinen loslegen: Granit 100x15x5, jeweils halbiert (somit 50cm hoch). Erst rechts von der Haustür, dann links. Damit der Abstand an der Front am Ende passt (und ich keine Steine längs kürzen muss), habe ich mir einen Abstandshalter aus Holz angefertigt.

Granit-Einfassung des Eingangspodests Abstandshalter für das Eingangspodest Eingangspodest, fast fertig mit Schraubzwingen bleibt alles halbwegs gerade

Danach kam die Stufe vor dem Podest dran – hierfür habe ich 50cm hohe Randsteine gekauft und halbiert (25cm Höhe).

Stufe vor dem Podest Schraubzwingen über Schraubzwingen...

Zwischendrin habe ich mit dem Verlegen der ersten Bewässerungsleitungen und Beregner begonnen. Das KG-Rohr auf den Bildern dient nur als „Platzhalter“ – da kommt später eine Straßenlaterne der Stadt hin…

Bewässerung Bewässerung

Und irgendwann war die Einfassung für das Eingangspodest dann fertig:

Eingangspodest

Anschließend kam noch eine „Rampe“ (rechts vom Eingang), mit der man später von der Garageneinfahrt aus ohne Stufe zum Haus gelangen kann. Erde wurde angefüllt, die nächsten Muschelkalksteine gesetzt, und langsam nahm der Vorgarten Form an:

Insgesamt war ich damit zwei Wochenenden plus einige Feierabende beschäftigt.

Fortsetzung folgt…

Der Abluftturm

Damit die Abluft möglichst dezent das Haus verlässt, brauchen wir natürlich einen Abluftturm (Fortluftturm). Anfangs war das erst mal ein provisorisch aus dem Technikraum herausgeführtes DN200 KG-Rohr:

provisorisches Abluftrohr

Da der „Vorgarten“ bei den Baggerarbeiten für die Lüftungsanlage ohnehin noch frisch umgegraben war, habe ich die Gelegenheit genutzt und das Abluft-Rohr noch ein Stück vom Haus weg verlegt, da direkt am Haus später eine Traufkante angelegt werden sollte. Würde das Abluftrohr „in“ der Traufkante aus dem Boden ragen, würde die Abluft nahe der Fassade herausströmen – da bin ich etwas skeptisch ob das auf Dauer nicht Spuren hinterlässt.

Abluftrohr vom Haus weg versetzt

Als nächstes galt es eine günstige und gleichzeitig optisch halbwegs ansprechende Lösung für die Abluft zu finden. Die Spannweite der Möglichkeiten reicht dabei von einfachen Wickelfalzrohr bis hin zum polierten Edelstahlturm. Wir haben uns letztendlich für eine einfache Lamellenhaube aus verzinktem Stahlblech entschieden (Firma Intelmann, rund 115 €). Dazu 50cm Längsnahtrohr (Firma Lindab, rund 30 €).

Abluftturm (verzinkter Stahl)

Um das Ganze möglichst dezent zu halten, habe ich beide Teile anthrazitfarben (RAL7016) pulverbeschichten lassen (rund 75 €). Somit kostete die Gesamtlösung rund 220 €. Die Lamellenhaube wird einfach auf das Längsnahtrohr aufgesteckt (ich habe das noch mit etwas Silikon fixiert). Das Längsnahtrohr wiederum wird direkt auf das KG-Rohr aufgeschoben, was für die notwendige Stabilität sorgt. Mit dem Endergebnis sind wir hochzufrieden und würden das immer wieder so machen. Hier schonmal eine „Vorschau“ (das Thema Vorgarten kommt noch separat dran…):

pulverbeschichteter Abluftturm

Lüftungsanlage (I)

Da ein Passivhaus naturgemäß sehr „dicht“ ist, damit keine Energie unkontrolliert entweichen kann, ist eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung – kurz „KWL“ – obligatorisch.

Erdwärmetauscher

Es bietet sich ja an, die angesaugte Luft im Winter durch das Erdreich anzuwärmen und im Sommer abzukühlen. Dafür gibt es zwei Ansätze: einen Sole-Wärmetauscher oder einen rein passiven Luft-Erdwärmetauscher (L-EWT) durch Verlegen der Zuluftleitung im Erdreich. Beim Solewärmetauscher hätte ich eigentlich erwartet, den zusammen mit der Heizung an der ohnehin vorhandenen Tiefensonde zu betreiben – das ist aber scheinbar sehr „speziell“, unser Heizungsbauer (von dem wir sehr viel halten) hat uns davon abgeraten. Man könnte selber eine recht primitive PE-Leitung um’s Haus verlegen und das ohne viel Aufwand und Kosten selber installieren, aber mir war das am Ende dann doch zu komplex und zu teuer (hätte alles in allem auch noch mal über 1000,- EUR gekostet, zzgl. viel Eigenleistung). Wir haben uns daher für einen „kleinen“ Luft-Erdwärmetauscher entschieden: die Zuluftleitung ist im Garten, somit durchströmt die angesaugte Luft auf rund 20 Metern Länge die Erde (aufgrund der Randbebauung können wir nicht einfach einmal komplett um’s Haus).

Eine andere Frage die dann auftaucht ist zwangsläufig die nach den richtigen Rohren. Es gibt wohl drei Kategorien: Wellrohre (Schläuche), klassische KG-Rohre (PVC oder PP) oder spezielle Lüftungsrohre (z.B. die blauen Rohre REHAU AWADUKT).
Die Wellrohre sind sehr schnell ausgeschieden: die lassen sich naturbedingt nicht „gerade“ (mit einem sauberen Gefälle) verlegen. Spätestens wenn sich das Erdreich setzt, entstehen Senken, in denen dann Schmutz und Feuchtigkeit stehen bleiben.
Somit bleiben die Rohre übrig: Orange (KG-Rohr aus PVC), Grün (KG2000 aus Polypropylen) und Blau (ebenfalls PP-Rohr, aber antimikrobiell beschichtet etc.). Bei der Entscheidungsfindung kann man sich leicht verrückt machen (lassen), die Preise dieser drei Rohrsorten gehen gewaltig auseinander: rund 10 €/m für PVC, 20 €/m für KG2000 und fast 50 €/m für das Awadukt-Rohr.
Wir haben uns nach langen Überlegungen und Abwägungen für den Mittelweg entschieden, KG2000-Rohr aus PP. Das Material ist fast das selbe wie beim teuren Lüftungsrohr, der Preis aber erheblich günstiger. Ob die Beschichtung ihren Zweck nach 20 Jahren auch noch erfüllen würde ist ohnehin fraglich, und diesen Aufpreis ist die meiner Meinung nach nicht Wert.
Nicht zuletzt gibt es PP-Rohre bei jedem Baufachmarkt „um die Ecke“, inklusive aller Formstücke – man muss das also nicht erst aufwendig bestellen.

Das Gefälle

Das Prinzip ist also extrem simpel, aber ein Detail ist wichtig: die Leitung muss ein durchgehendes Gefälle zum Haus hin haben, damit Kondensfeuchtigkeit (die garantiert entsteht) auf Dauer in Richtung Haus über einen dort installierten Trockensiphon abfließen kann.

Da die Zuluftleitung bei uns schon am Anfang mit einem falschen Gefälle ins Haus gelegt wurde war ich da etwas skeptisch. Beim Eingraben der Rohre war ich nicht dabei um das zu prüfen, und auch unser bauleitender Architekt hat das (neben vielen anderen Sachen) wohl „verschlafen“. Somit führten wir einen sehr einfachen Test durch: in die Zuluft-Leitung im Garten schütteten wir eine definierte Menge Wasser und prüften mit einem Meßbecher im Keller, wie viel Wasser dort ankommt. Ergebnis: auf die knapp 20 Meter Strecke sind über sieben Liter Wasser in der Leitung geblieben!

Der Rohbauer

Der Rohbauer hat den Fehler nicht gleich einsehen wollen und das kurze Zeit später mit einem Kanal-TV-Unternehmen überprüft. Die Diagnose stand schnell fest: zwei Senken, falsches Gefälle. Auch der Rohr-Inspekteur unterstrich dabei noch mal die Wichtigkeit des Gefälles bei der Zuluftleitung. Also rückte der Rohbauer zwei Tage vor unserem Sommerurlaub (2017) an um das zu beheben.

Neuverlegung L-EWT erneut ein Graben vor der Haustür

Blöderweise hat der Rohbauer beim Freilegen der alten Leitung nicht nur eine der auch von ihm verlegten Entwässerungsleitungen zerrissen, sondern auch unsere Soleleitung erwischt. Extrem ärgerlich, aber mein Mitleid hielt sich in Grenzen: der Rohbauer hatte beim Einsanden der Leitungen schließlich auf das Verlegen von Warnbändern verzichtet…

beschädigte Soleleitung

Glück im Unglück: der Brunnenbauer war gerade auch im Baugebiet unterwegs, konnte den Schaden begutachten und gleich am Folgetag reparieren. Die Rechnung (> 500 €) für die Reparatur, Spülung und Füllung übernahm der Rohbauer aber ohne Diskussion.

Zum Schluss hat unser Rohbauer dankenswerterweise noch den restlichen Aushub im Garten verteilt und eingeebnet. Das Augenmaß dafür fand ich absolut beeindruckend – danach sah es im Garten gleich völlig anders aus.

Aushub eingeebnet

Ende gut, alles gut. Der Rohbauer hat zum Schluß ordentlich aufgeräumt, der Lüftungs-Inbetriebnahme stand nichts mehr im Weg. Und so urlaubsreif wie an dem Tag waren wir schon lange nicht mehr…

Verteilerschrank (II)

Hier ist nun der versprochene Nachtrag zum Verteilerschrank. Aktuell sieht der so aus:

WICHTIG: NICHT NACHMACHEN! Zumindest nicht ohne die erforderlichen Kenntnisse in der Elektroinstallation zu haben, die fünf Sicherheitsregeln zu beachten, etc.! Letztendlich muss ein zugelassener Elektriker die Anlage beim jeweiligen Versorger anmelden!

In den oberen zwei Reihen sind die Hager-Module UD21A1 bzw. UD22A1 (für Reihenklemmen) verbaut. Der Unterschied zu den „normalen“ Tragschienenmodulen ist, dass die Hutschienen auf Kunststoff-Isolatoren sitzen und somit von den Tragschienen (UN07A) getrennt sind. Außerdem sitzt die obere Schiene etwas weiter vorne als die untere Schiene, was das Rangieren mit Leitungen dahinter etwas vereinfacht. Die Hutschienen sind gemeinsam über „dicke“ Erdungsklemmen geerdet (Phoenix 3003923, mit 10mm²-Litze möglichst direkt zur Hauptanschlussklemme). Die NYM-Leitungen sind alle über Phoenix 3213946 (PTI 2,5-PE/L/NT) und 3213953 (PTI 2,5-L/L) aufgelegt. Brücken sind mit Phoenix 3030161 (FBS 2-5 etc.) gesteckt. Wenn etwa eine 3fach-Steckdose einer 5×1,5 NYM-Leitung vorerst nicht an separaten Aktorkanälen aufliegt, genügt eine einzige 1,5mm²-Leitung dorthin, L1/L2/L3 werden dann über Steckbrücken und eine Litzen-Brücke aufgelegt.

Die N-Leiter sind über N-Sammelschienen (Phoenix 402174) jeweils ins Gruppen zusammengefasst. Bei der Planung ist dann natürlich zu beachten, dass alle „Teilnehmer“ einer solchen Gruppe am selben RCD hängen. Die N-Sammelschienen müssen in regelmäßigen Abständen auf Aufliegeböcken (Phoenix 3213974 AB/PTI-3) aufliegen. Über eine Phoenix 3038286 STN 16 sind diese mit 6- oder 10mm² Litze mit dem jeweiligen RCD verbunden. Bei den „dicken“ Klemmen (PE, N) habe ich jeweils klassische Klemmverbindungen bevorzugt (die Litze stecke natürlich in passenden Aderendhülsen). Es gibt häufig aber auch Push-Klemmen (PTI) für größere Querschnitte, ebenso kann unter Umständen auf die Aderendhülse verzichtet werden. Da bin ich aber kein Spezialist… (a propos: eigentlich gehört noch ein Erdungs-Symbol-Aufkleber auf die geerdeten Hutschienen…). Jeder Block ist mindestens am Anfang und am Ende mit einem Phoenix Clipfix (3022276) fixiert, größere Blöcke auch mal zwischendrin. Auf die ganzen Abschlussdeckel kann ich gar nicht im Detail eingehen – die muss man natürlich auch einplanen (z.B. 3213975 D-PTI/3 hinter den Auflageböcken).

Warum ist das so wichtig, dass die Hutschienen der Reihenklemmen nicht mit dem Schrank verbunden sind? Stell‘ Dir vor, Du schraubst (entgegen aller Vorschriften) an einem nicht stromfrei geschalteten Verteilerschrank herum und kommst dummerweise mit einem Leiter in Berührung, der vor einem RCD angeschlossen ist. Berührt man dann gleichzeitig irgendwo den Verteilerschrank, dann wird der Fehlerstrom nicht erkannt. Im dümmsten Fall ist die einzige Sicherung dann nur noch der 63A-LS beim Hauseingang – und bis der durchgebrannt ist, ist man das selber auch. 🙁

Deshalb wird sogar separat geprüft, dass der Verteilerschrank selbst (u.a. die Tragschienen oder die Hutschienen der Reiheneinbaugeräte) nicht geerdet ist. Bei eigenen Umbauten sollte man das auch immer wieder mal prüfen – ich hatte versehentlich mal Cat6-Netzwerkbuchsen auf eine „normale“ REG-Schiene geklemmt und somit den ganzen Schrank über das Netzwerkkabel geerdet.

Die Reiheneinbaugeräte sitzen auf den Hager-Modulen UD21B1/UD22B1/UD31B1/UD32B1 (je nach Größe). Die Modul-Sets haben den Vorteil, dass passende Abdeckungen („Berührungsschutz“) auch gleich dabei sind und man das nicht alles selber zusammenstellen muss.

Die Verdrahtung zwischen Reihenklemmen und REG-Geräten habe ich bewusst „fliegend“ mit 1,5mm² und 2,5mm² Schaltdraht gemacht. Ich hatte zwar auch Verdrahtungskanäle mitbestellt (OBO LK4 30025 und 40040 – Alternativen und passende Halterungen gibt es auch irgendwo bei Hager) – ich finde es aber übersichtlicher, wenn die Verbindungen relativ „frei“ liegen. Gerade in der Startphase, wo sich einige Zuordnungen noch ändern, ist das angenehmer als Leitungen durch die Verdrahtungskanäle zu ziehen. Definiv kann man aber darüber streiten – die Kanäle sind auf jeden Fall ordentlicher. Manchmal wird angeführt, dass aber durch die Nähe der Leitungen darin eher mal „Nebenwirkungen“ durch Dimmer o.ä. auftreten könnten.

Die RCD (umgangssprachlich „FI“) und LS (Leitungsschutzschalter, „Sicherungen“) habe ich alle von ABB, gekauft beim Baumarkt meines Vertrauens. 🙂 Die Modelle von ABB haben den Vorteil, dass man pro Eingang bzw. Ausgang zwei Leitungen anschließen darf (z.B. auch eine Schiene und eine Leitung), da die Klemm-Mechanismen das ausdrücklich ermöglichen. Bei den Geräten von Hager wiederum darf man das zwar nicht, dafür haben diese ein sehr elegantes Beschriftungsfeld, was ungemein praktisch ist wenn man die Abdeckungen vom Verteilerschrank abgenommen hat… (deshalb sind einige Geräte bei mir zusätzlich direkt beschriftet).

Der linke Bereich im Verteilerschrank ist für Kleinstromanwendungen (ELV – Extra Low Voltage) vorgesehen. 230V-Leitungen dürfen diesen Bereich nicht ohne weiteres queren.
Die KNX- und 1Wire-Leitungen sind auf Phoenix 3214663 PTTBS 1,5/S-KNX aufgelegt (passender Deckel: 3214664 (Weiß) und 3214699 (Grau)). Die selben Klemmen, bloß in Grau (Phoenix 3214657) kommen für die Rauchwarnmelder und einige Binäreingänge zum Einsatz. Mit den farbigen Deckeln lassen sich die Bereiche gut voneinander trennen, passende Steckbrücken verbinden KNX-Bus bzw. die RWM-Halbringe untereinander.

Gold wert war/ist die selbsteinstellende Crimpzange Knipex 97 53 09, mit der man auch problemlos 10mm² und 16mm² pressen kann. Die Aderendhülsen sind alle von Klauke. Etwas „tricky“ ist der Umgang mit Doppeladerendhülsen – die passen nämlich nicht in alle Reihenklemmen und auch manchmal nicht in REG-Geräte. Manchmal kann es helfen, zwei 1,5mm²-Leitungen zusammen in eine einzelne (normale) 2,5mm²-Aderendhülse zu pressen – ist nicht ganz vorschriftsgemäß, passt aber meistens. 😀

Die Verteilung der Stromzuführung (Hauptanschlussklemme im Schrank) zu den einzelnen RCDs habe ich für L1/L2/L3 auch farbig ausgeführt (Braun/Schwarz/Grau), um einen besseren Überblick über die Phasenverteilung zu haben. Der Elektriker hatte im Zählerschrank wiederum alles mit schwarzer Litze verdrahtet – da mir dafür kein Stromlaufplan vorliegt, finde ich das persönlich etwas unübersichtlicher.

A propos Zählerschrank: dieser ist bei uns separat (ca. 5 Meter entfernt vom Verteilerschrank) installiert. Ein Hauptschalter darin erlaubt es mir, den kompletten Verteilerschrank stromlos zu schalten. Ebenso ist der obligatorische Überspannungsschutz dort installiert.

Bitte habt Verständnis dafür, dass ich keine Kommentare/Anfragen zu konkreten Verdrahtungen beantworten werde. 80% der Tätigkeiten sind zwar reine „Fleißarbeit“ (Auflegen der Reihenklemmen, Verdrahtung der Geräte usw.), die restlichen 20% sind aber nicht zu unterschätzen (Verwendung der richtigen Querschnitte, Verteilung der Last auf die verschiedenen Phasen, u.v.m.). Wer also selber Hand anlegen möchte, muss das in Absprache mit seinem Elektriker tun.

Eine gute Einführung in die Verteilerplanung liefert die KNX-Bibel (äußerst empfehlenswert).

Rauchwarnmelder

Rauchmelder sind inzwischen natürlich obligatorisch. Und in einem „Smart Home“ ist es genauso selbstverständlich, dass diese untereinander vernetzt sind: so wird man auch im Schlafzimmer geweckt, wenn im Technikraum im Keller Rauch entsteht.

Zur Vernetzung gibt es im Grunde nur zwei Möglichkeiten: per Draht oder per Funk. Bei Vernetzung per Funk benötigt jeder Rauchwarnmelder (RWM) noch ein Funkmodul. Letzteres ist meistens mit einer eigenen 10-Jahres-Batterie ausgestattet, muss also irgendwann auch entsorgt/ersetzt werden. Bei einer Drahtvernetzung kann man sich überlegen, ob man die RWM einfach mit einer 2-adrigen Leitung miteinander verbindet (dann können alle Melder einer Linie gleichzeitig Alarm geben), oder ob man jedes Gerät z.B. mit an den KNX-Bus anbindet (damit wüsste man dann im Alarmfall, welches Gerät ausgelöst hat, und kann z.B. auch den Batteriestand jedes einzelnen Gerätes abrufen). Da jedes KNX-Modul aber auch noch mal mit rund 70,- € zu Buche schlägt, haben wir eine günstige „Hybrid“-Lösung gewählt.

Beim Verlegen der Leerrohre wurde in jedem Stockwerk eine Ring-Topologie vorbereitet, deren beiden Enden jeweils zum Technikraum führen. Im Technikraum kommen somit 6 Leitungen an (pro Stockwerk einmal abgehend, einmal ankommend). In jedem Zimmer sowie im Flur und Treppenhaus wurden die Positionen der Rauchmelder vorab eingeplant, die Leerrohre (kommend/gehend) kommen da jeweils paarweise aus der Decke.

Bei den Rauchmeldern haben wir uns für Dual-Rauchmelder (Erkennung von Rauch und starken Termperaturanstiegen) mit Kabelvernetzung entschieden. Zudem sollten diese eine 10-Jahres-Batterie haben – danach sollten die Sensoren ohnehin als verschmutzt betrachtet und die Geräte ausgetauscht werden. Am Ende sind wir bei „GIRA Dual Q“ gelandet (für die gibt es auch ein KNX-Modul), es gibt aber auch einige Alternativen (z.B. von Ei Electronic).

Die Installation ist denkbar einfach: Kabeldurchlass herausbrechen, Halterung an die Decke schrauben, Brandmeldekabel an eine Klemme anschließen, Rauchmelder befestigen.

Auf diesem Bild ist nur ein Kabel zu sehen: die Ringe pro Stockwerk sind „offen“, d.h. die Leitung vom letzten Rauchmelder zurück in den Keller ist nicht verlegt (nur Leerrohr vorbereitet) bzw. nicht angeschlossen. Aus EMV-Gründen wird das so empfohlen (wenn ein Blitz in der Nähe einschlägt, würde man sich so sonst eine riesige Induktionsschleife bauen).

Im Technikraum sind alle Brandmeldekabel an Reihenklemmen aufgelegt und somit alle drei Ringe miteinander verbunden. Ein einziger Rauchmelder (in dem Fall im Technikraum) ist mittels KNX-Modul zusätzlich an den KNX-Bus angebunden. Das eröffnet folgende Möglichkeiten:

  • einige Statusmeldungen (Batteriestand, Umebungstemperatur etc.) des direkt angeschlossenen Rauchmelders können ausgelesen werden (was ehrlich gesagt eher irrelevant ist)
  • wird Alarm ausgelöst, dann wird dieser an den KNX-Bus gemeldet. Man kann somit z.B. automatisch alle Jalousien hoch fahren (um eine Rettung zu vereinfachen), Licht einschalten, usw. Bislang habe ich davon noch nichts umgesetzt, ist aber eingeplant… 😀
    Die Alarmierung unterscheidet übrigens zwischen „lokal“ (von dem RWM mit dem KNX-Modul erkannt) oder „remote“ (über den 2-Draht-Bus gemeldet).
  • man kann vom KNX-Bus aus auch einen Alarm auf dem 2-Draht-Bus auslösen: entweder um die akustische Funktion aller Geräte zu testen (inkl. ob alle Geräte noch korrekt am 2-Draht-Bus angeschlossen sind), oder z.B. die Kinder aufwecken. 😉
    Man sollte es damit aber nicht übertreiben, da jede Alarmsignalisierung auf Kosten der Batterielebensdauer geht.

Beim Schleifen einer Wand im Treppenhaus habe ich unfreiwillig einen Rauchalarm ausgelöst und somit die korrekte Funktionsweise testen können 🙂 Der Alarm muss dann am auslösenden Gerät bestätigt werden, es reicht nicht das an irgendeinem anderen RWM zu bestätigen.

Wir haben etwa 15 Rauchmelder installiert, die Kosten pro Gerät lagen bei rund 35,- EUR sowie einmal rund 70,- EUR für das KNX-Modul.

Naturstein-Mauer

Zum Garten hin haben wir einen Kellerraum (großes Arbeitszimmer) mit zwei Fenstern. Um möglichst viel Licht in den Raum zu lassen, sollte dort ein sogenannter „Lichthof“ angelegt werden.

Während der Bauphase war das aber eher ein Sumpf, da von allen Seiten das Wasser zu diesem tiefsten Punkt gelaufen ist. Immerhin wissen wir nun, dass die sündhaft teuren wasserdichten Fenster auch wirklich wasserdicht sind. 😀

Lichthof im Rohbau Lichthof Wasserstand

Nach dem Einzug wucherte gleich alles mit Unkraut zu:

Lichthof "naturbelassen"

Wir sind die verschiedenen Möglichkeiten zur Abböschung durchgegangen und haben uns letztendlich für eine Natursteinmauer entschieden. Beton-Pflanzringe wären zwar günstig, sind aber nicht unser Geschmack. Außerdem sollte das Projekt „alleine“ (ohne schwere Maschinen) machbar sein.

Die erste Wahl wären Steine aus der Region gewesen. Bei uns ist das der Sandstein. Allerdings gibt es in unserer Gegend keinen einzigen aktiven Sandsteinbruch mehr. Sandsteine vom Großhändler werden alle aus Polen geliefert.

Somit fiel die Wahl auf Muschelkalk, der auch hier in der Region vorhanden ist. Muschelkalksteine gibt es in verschiedensten Größen und Bearbeitungsqualitäten. Zuerst haben wir uns auch hier beim Baufachhandel umgesehen – da kostete eine Tonne zwischen 200,- und 250,- Euro.

ordentliche Palettenware beim Baufachmarkt

Anschließend haben wir drei Steinbrüche herausgesucht (alle in der Nähe von Würzburg, da ist die Steinbruch-Dichte besonders hoch) und besucht. Zwei davon verkaufen auch direkt an Endkunden. Bei einem Steinbruch haben wir die Steine in allen Größen und Qualitäten direkt vor Ort anschauen können:

Muschelkalksteine direkt aus der Produktion Muschelkalksteine fertig auf Paletten

Am Ende mussten wir uns nur noch zwischen sogenannten „Mauersteinen“ und „Zugsteinen“ entscheiden. Mauersteine sind deutlich genauer herausgearbeitet (gebrochen, nicht gesägt!) als Zugsteine. Die Zugsteine kosten zwar rund 40% weniger als Mauersteine, sind jedoch mit ca. 1m²/t auch weniger ergiebig als Mauersteine (1,9m²/t).

So haben wir also 12 Tonnen Muschelkalk-Mauersteine bestellt. Die Lieferkosten waren ja fix und relativ hoch (verglichen mit den Steinkosten), daher mal lieber ’n paar Tonnen mehr, irgendwo werden wir die Steine schon unterbringen 🙂 Und eines Morgens um kurz vor sieben Uhr hat ein Laster dann beim Abladen der Steine alle Nachbarn auf einen Schlag geweckt 😀

Mein erster Gedanke: „Ach du Sch***e – hoffentlich war das keine Schnapsidee…“.

Der sehr milde Herbst (September/Oktober) erlaubte mir dann gleich loszulegen. Via eBay habe ich noch einen billigen Sackkarren (~30€) besorgt, beim Baumarkt einen Handstampfer für’s Verdichten der Erde. Schotter (Mineralbeton) haben wir uns vorher auch noch liefern lassen (damit wurde der Terrassenunterbau begonnen – mehr dazu in einem anderen Beitrag).

In der örtlichen Stadtbücherei hatte ich mir zudem noch Bücher über den Bau von Trockenmauern ausgeliehen und mich somit in die Thematik eingelesen. Im Buch klingt das auch alles ganz einfach 🙂

Also: etwa 15cm Schotter als Grundlage, danach einen Stein nach dem anderen aufsetzen. Hinter den Steinen habe ich Wurzelvlies ausgelegt und die Steine mit etwas Schotter hinterfüttert.

Der erste Stein ist der schwerste... Ein Stein nach dem anderen...

So ging es Reihe für Reihe weiter. Ich habe jeweils mit einem Zollstock gemessen was für ein Stein ungefähr benötigt wird, und den entsprechend aus dem Haufen herausgesucht.
Ich habe die Mauer alleine gebaut und pro Reihe etwa 1,5-2 Stunden benötigt (inklusive aller Erdarbeiten, Schotter, Stein raussuchen usw…). Als die Mauer halb fertig war, war der Steinhaufen aber noch nicht sichtbar kleiner geworden 😀

Nach zwei Wochenenden war der Lichthof schließlich fertig:

Mein Fazit: der Rücken hat überraschend wenig geschmerzt, da ich die Steine meistens nur gerollt/gekippt habe. Der Sackkarren war Gold wert. Allerdings haben die Arme etwas gelitten, weil das Anheben/Kippen der Steine doch sehr an’s „Material“ geht. Jeder einzelne Stein wiegt meist zwischen 50 und 100 Kilo.

Etwa ein Drittel der Steine waren am Ende übrig, die aber auch schon im Garten verplant sind. Die Kosten für die verbauten Steine (ca. 8 t), Schotter (ca. 1 t) und Werkzeug lagen bei unter 1.500,- €.

Die „Terrassen“ und Fugen bepflanzen wir jetzt im Frühjahr mit Stauden, die kleineren Fugen werden mit Lehm-Sand-Gemisch verfüllt. Der Boden im Lichthof soll mit ca. 30cm Kies befüllt werden (damit Regenwasser leichter versickern kann). Das Gelände oberhalb des Lichtschachts ist inzwischen so modelliert, dass ein Gefälle vom Lichtschacht weg führt.