Dust Commander

Wenn es bei der Elektro-Rohinstallation an das Fräsen der Schlitze geht, kommt man nicht um das Thema Staubabsaugung herum. Gerade bei Ziegelsteinen entsteht ein extrem feiner, lästiger und nicht gerade gesunder Staub beim Schlitzen.

Profis verwenden hierzu in der Regel entsprechende Profi-Sauger mit einer automatischen Abrüttelung des Filters. Der Sauger selbst ist im Grunde „nur“ ein normaler Industriesauger, das heißt, dass die komplette angesaugte Luft (mitsamt dem Staub) wahlweise im Beutel oder (falls ohne Beutel) direkt im Schmutzbehälter des Saugers landet, und die „Abluft“ (die dann noch immer unglaublich viel feinen Staub enthält) durch einen Filter aus dem Sauger heraus geführt wird. Dieser Filter setzt sich mit der Zeit natürlich zu – die Profi-Sauger haben dafür dann eine automatische Abrüttel-Funktion, welche den Filter regelmäßig „abklopft“ sobald die Saugleistung nachlässt.

Es gibt aber eine elegante und vor allem äußerst kostengünstige Alternative: der Dust Commander. Dabei handelt es sich im Grunde nur um eine Hand voll Plastik, welches zwischen das Werkzeug und den Sauger geklemmt wird und über einen Zyklon-Effekt den enthaltenen Schmutz aus der Saugluft abscheidet. Ich bin in einem Forum darüber gestoßen, habe dann die durchweg positiven Rezensionen bei Amazon etc. gelesen und kurzerhand so ein Teil bestellt. Es kostet so rund 37 Euro (wobei es auch noch „billigere“ Nachbauten für rund 20 Euro gibt). Dazu sollte man unbedingt einen großen Blecheimer nehmen, da das vom Sauger erzeugte Vakuum die meisten Plastikeimer zusammenzieht. In den Deckel des Eimers wird ein 60mm Loch gebohrt (bei dem dünnen Blech geht das mit der billigsten Lochfräse aus dem Baumarkt, kostete mich noch mal 4,50 EUR). Darauf wird der Dust Commander mit vier Schrauben befestigt – insgesamt dauert der Zusammenbau keine zehn Minuten. Ich hatte zudem noch einen Saugschlauch von einem kaputten Sauger übrig – ansonsten muss man sich entsprechend noch einen separaten Schlauch zulegen (Tipp: darf ruhig etwas länger sein – 3 Meter sind ideal).

Anfangs war ich etwas skeptisch ob das klappt und habe den frisch zusammengebauten Dust Commander mitsamt dem noch fast jungfräulichen Kärcher auf den feinen Betonstaub im Keller losgelassen, später auf den Bohrstaub vom Dosensenken.

Dust Commander am Kärcher

Das Ergebnis hat mich überzeugt: während im Blecheimer eine stattliche Menge allerfeinster Staub lag, war der Sauger leer. Also komplett leer. Wirklich! 🙂 Selbst Steinchen etc. landeten im Blecheimer.

gesaugter Boden

Danach folgte der Praxiseinsatz: an der Mauernutfräse angeschlossen zog ich meinen ersten Schnitt in die Ziegel. Auch das Ergebnis war beeindruchend: kaum Staubentwicklung, der Dust Commander verrichtete problemlos seine Arbeit.

Mauernutfräse und Dust Commander

Inzwischen habe ich die ersten zwei Räume fertig „geschlitzt“ sowie bei der Gelegenheit gleich mal den Fußboden grob gesaugt (weil’s so viel Spaß gemacht hat 😉 ). Der Blechbehälter (30L) ist zu etwa einem Drittel mit feinstem Staub gefüllt, der Kärcher nach wie vor praktisch leer.

Ich arbeite übrigens trotzdem beim Schlitze fräsen durchgehend mit Atemschutz (neben Hörschutz und Schutzbrille), ein kleines bisschen Staub lässt sich da nicht ganz vermeiden (ist aber weniger als beim Bohren der Dosenlöcher).

Der einzige Nachteil ist, dass man neben dem Sauger eben noch den Blecheimer mit herum bewegen muss. In meinem Fall (mit dem leider recht kurzen Saugschlauch) musste ich diesen sogar etwas aufbocken, um mit der Mauernutfräse die ganze Wand abfahren zu können. Ich habe im Internet aber schon Konstruktionen gesehen, bei denen der Sauger und der Blecheimer einfach zusammen auf ein Brett mit vier Transportrollen draufgestellt wurden.

Als Sauger verwendet ich übrigens den Kärcher WD 5 P. Dieser hat eine Steckdose, welche man zur automatischen Ein-/Ausschaltung des Saugers über das angeschlossene Werkzeug nutzen kann. Das hat zwei Vorteile: weniger Kabelsalat auf der Baustelle und man spart sich das andauernde Ein-/Ausschalten vom Sauger.

2 thoughts on “Dust Commander”

  1. Hi,

    ich stehe grade vor genau der selben Problematik, der Absaugung der Mauerfräse.

    Ist das Ergebnis des Dust Commander immer noch so gut wie am Anfang? Wie viel hast du am ende mit ihm gesaugt/ gefräst?

    LG

    1. Ich bin nach wie vor absolut zufrieden damit, und der Dust Commander ist noch immer im Einsatz wenn es darum geht staubige Sachen zu saugen.
      Es wurden alle Schlitze im gesamten Haus damit „gesaugt“. Ein Kollege hat einen Dust Commander in seiner Holzwerkstatt angeschlossen und ist bislang auch sehr zufrieden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.