Bottichbruch reparieren

Unsere relativ neue LG-Waschmaschine (1,5 Jahre) ist blöderweise von einem Tag auf den anderen ausgelaufen – und zwar komplett. Es wurde keine Fehlermeldung angezeigt, und die Maschine hat den Waschvorgang auch nicht abgebrochen. Zuerst hatten wir die Hebeanlage in Verdacht, welche das Abwasser der Waschmaschine zum höhergelegenen Kanalanschluss pumpt. Also habe ich die zwei Stunden lang zerlegt und gereinigt (auch kein angenehmer Job), aber das brachte keine Abhilfe – gleich der nächste Testlauf der Waschmaschine landete wieder auf dem Fußboden.

alles nass

Da ja noch Garantie war haben wir einen Techniker bestellt. Seine Diagnose braucht keine fünf Minuten: ein sogenannter Bottichbruch. Das passiert indem z.B. eine Münze, Schraube o.ä. in den relativ schmalen Bereich zwischen Waschtrommel und Bottich gerät, und dann von Innen praktisch ein Loch in den Bottich „sprengt“

Loch im Bottich herausgesprengtes Plastik

Ich hatte nun die Wahl, den Bottich tauschen zu lassen (voraussichtlich rund 400 €, kein Garantiefall da ja selbst verursacht) oder gleich eine neue Waschmaschine zu kaufen (aktuell 317 € beim MediaMarkt). Der Techniker gab mir aber auch noch Tipps, wie ich den Bottich selber tauschen könne (müsste halt bei eBay ne kaputte Maschine besorgen, die zerlegen, Bottich umbauen, und danach hoffen dass alles dicht ist…)

Über einen Beitrag im Internet bin ich dann aber auf „QuikSteel“ gestoßen: das ist aluminiumvergüteter Epoxydharz der wohl zum Flicken aller möglicher Löcher in rauhen Umgebungen geeignet sein soll. Da ich ja kaum mehr kaputt machen konnte startete ich diesen Versuch und bestellte für 7,99 € inkl. Lieferung am nächsten Tag eine Packung davon.

Das Loch im Bottich habe ich mit einem Dremel angerauht und mit PVC-Reiniger entfettet und gesäubert. Danach habe ich eine kleine Portion QuikSteel (ca. ein Zuckerwürfel) abgeschnitten, verknetet und mit einem Skalpell in das Loch modelliert. Die Paste ist naturgemäß sehr klebrig, aber ohne Handschuhe würde ich das auch nicht anfassen wollen. Wichtig war natürlich das nicht zu tief ins Loch zu drücken, damit die Trommel sich weiterhin frei drehen kann.

QuikSteel geklebtes Loch

Nach einer Stunde war die Masse ausgehärtet. Und was soll ich sagen: da kommt nicht ein Tropfen Wasser durch – das ist absolut dicht. Die Investition von knapp 8 Euro hat sich also bezahlt gemacht. 🙂

Ich hatte natürlich noch das Glück, dass die Leck-Stelle relativ gut zugänglich war und „schön“ lochförmig ausgebildet war. Bei einem Riss oder einer ungünstigen Lage ist das vermutlich keine Lösung.

Schade dass die Idee nicht vom Servicetechniker kam, ich kann mir aber vorstellen dass aus Haftungsgründen keine solchen „kreativen“ Lösungen angeboten werden. Und eine Reparatur ist wesentlich nachhaltiger, als die eigentlich fast neuwertige Maschine wegen dieses blöden kleines Lochs komplett zu entsorgen…

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