Inbetriebnahme Glasfaseranschluss

Nachdem Anfang März 2017 der Glasfaseranschluss ins Haus gelegt wurde, erfolgte am Tag der Wärmepumpen-Inbetriebnahme auch die Inbetriebnahme des Glasfaseranschlusses. Ein Techniker des Netzbetreibers kam vorbei und brachte den „ONT“ mit (Optical Network Terminator). Dieses Gerät ist ein Medien- und Protokollkonverter: auf der einen Seite kommt die Glasfaser rein, auf der anderen Seite ein klassisches RJ45-Kabel zum DSL-Port der FritzBox. Das mitgelieferte Glasfaser-Patchkabel war ca. 2m lang – die meisten Leute installieren den ONT in der Nähe des APL. Ich wollte den aber lieber beim Netzwerkschrank haben, also habe ich mir im Spezialhandel eine eigene 10m Glasfaserleitung besorgt (LWL-Singlemode-Patchkabel, LC/APC – SC/APC). Welche Stecker man genau braucht (LC/APC bzw. SC/APC) hängt vom APL und ONT ab, also besser erst bestellen wenn die Geräte da sind. Glasfaser-Patchkabel sind recht empfindlich und können in der Regel nicht umgetauscht werden.

Um das LWL-Patchkabel unbeschadet und gut geschützt einmal quer durch den Keller zu verlegen habe ich mir mit M16-Leerrohren und passenden Bögen eine entsprechende Strecke gebaut und das LWL-Kabel vorsichtig mit der Kabeleinzughilfe eingezogen (ganz ohne ging das nicht, die Reibung war wegen der insgesamt 5 Bögen zu hoch).

Vom APL geht das LWL-Patchkabel im Leerrohr zum ONT...

Mit den 10 Metern bin ich gerade so hingekommen – am Ende waren noch ca. 10cm „übrig“. 🙂

... dort kommt die Glasfaser (gelb) an, und ein normales RJ45-Patchkabel (grau) führt zur Fritzbox

Der Rest ist trivial: das RJ45-Kabel wird beim DSL-Anschluss einer handelsüblichen FritzBox angesteckt – fertig. Die FritzBox sieht keinen Unterschied, ob der DSL-Anschluss nun auf Kupfer oder auf Glasfaser basiert. So ein 100-MBit-Anschluss ist schon was feines. 🙂

Nicht zu unterschätzen ist die Standort-Wahl für die FritzBox. Wenn man diese nicht nur als besseres DSL-Modem, sondern auch als WiFi-Hotspot oder DECT-Basisstation nutzt, dann muss diese zwangsweise relativ zentral im Haus aufgestellt werden (außer natürlich, man will sich auch noch WLAN- und DECT-Repeater ins Haus holen). Bei uns stand die FritzBox anfangs im Technikraum im Netzwerkschrank. Das schnurlose DECT-Telefon funktionierte so aber nur im Keller und im Erdgeschoss. (WLAN läuft bei uns separat über andere Hardware, das habe ich daher in der FritzBox komplett deaktiviert).

Um uns einen DECT-Repeater zu ersparen habe ich die FritzBox kurzerhand ins Erdgeschoss verlegt. Die DSL-Leitung vom ONT wird über ein ganz normales Patchkabel auf eine Netzwerkdose im Erdgeschoss aufgelegt, über den zweiten Anschluss der Doppel-Netzwerkdose geht dann das „Internet“ von der FritzBox zurück in den Keller – und von dort aus auf einen Switch.

Mein Tipp daher: bei der Hausplanung im Erdgeschoss einen Platz für eine FritzBox (o.ä.) vorbereiten – möglichst dezent (z.B. im Abstellraum), mit Doppel-Netzwerkdose und Strom.

Und noch etwas für Nerds: der Glasfaseranschluss ist als „GPON“ (Gigabit Passive Optical Network) realisiert. Dabei teilen sich bis zu 32 Teilnehmer eine Leitung, deren Kapazität maximal 2,5 GBit/s im Downstream und 1,25 GBit/s im Upstream beträgt. Und genau da werden Netzwerktechniker hellhörig: „Man teilt sich eine physische Leitung? Wie sicher ist das denn?“
Diese Frage beschäftigt viele – und es finden sich ganz interessante Untersuchungen dazu, z.B. GPON FTTH networks (in)security. Vorab: es ist nicht so, dass man mit einem einfachen Netzwerk-Sniffer sehen kann, was die Nachbarn so an Daten übermitteln. Die Verbindung zwischen ONT und OLT (Optical Line Terminal – quasi „das andere Ende der Leitung“) wird i.d.R. zumindest mit AES-128 verschlüsselt. Wie die vorgenannten Sicherheitsuntersuchungen zeigen, könnten aber z.B. einzelne ONTs anfällig sein, z.B. durch Backdoors in veralteter Firmware.

Ich würde mal stark vereinfacht sagen, dass GPON nicht viel sicherer oder unsicherer als verschlüsseltes WLAN ist. Mit genügend krimineller Energie kann man da womöglich einsteigen – hochsensible Daten sollten also immer Ende-zu-Ende-verschlüsselt übertragen werden.

Inbetriebnahme Wärmepumpe

Die Wärmepumpe wurde Ende März (2017) in Betrieb genommen. Ich hatte ganz vergessen darüber zu bloggen, vielleicht weil ich das (wortwörtlich) im Schlaf gemacht hatte…

Der Reihe nach: mit unserem Heizungsbauer war vereinbart, am 24.03. die Inbetriebnahme der Wärmepumpe zu machen. Das heißt, dass ich am 23.03. den elektrischen Anschluss dafür vorbereitet habe 🙂 Die notwendigen Anschlüsse sind vom Hersteller ausführlich beschrieben, die hohen Einschaltströme der Pumpe erfordern entsprechend träge Sicherungen und dicke Leitungen. Und man sollte die Drehrichtung der 3-Phasen-Leitungen genau beachten (Pumpenmotoren sind da sehr pingelig :-). Das war alles kein Hexenwerk, aber ich war dann doch erst morgens um 04:00 damit fertig. Wie man auf dem zweiten Bild sehen kann, hat auch der Verteilerschrank zu dem Zeitpunkt schon sichtbar Fortschritt gemacht.

Elektrik macht Fortschritte

Die Inbetriebnahme lief dann zum Glück völlig reibungslos – der Außendienstler vom Hersteller brauchte gute 2-3 Stunden, bis alles fertig war und ich eine kurze Einweisung erhalten hatte.

Viele Monate später habe ich die Wärmepumpe dann noch mit unserer „Smart-Home“-Zentrale (OpenHAB) verbunden. Die Wärmepumpe verfügt über eine Steuerplatine mit RJ45-Anschluss (ich glaube das war ein kostenpflichtiges Add-On). Darüber „spricht“ sie ein proprietäres Protokoll, welches OpenHAB mit dem „Novelan/Luxtronic“-Binding direkt unterstützt. Aktuell lese ich damit nur die Statuswerte aus (u.a. alle Temperaturen im Pufferspeicher, Vorlauf, Rücklauf, Außentemperatur, usw.) – längerfristig will ich damit auch die „wir-sind-im-Urlaub“-Einstellung steuern oder z.B. die Umwälzpumpe direkt über KNX schalten.

Wen es interessiert: die Wärmepumpe ist eine Alpha Innotec 82K3 mit Kühlfunktion (dazu später mal mehr). Sie läuft nun seit fast einem Jahr, wir hatten bislang keinerlei Ausfälle oder Probleme damit. Ich würde ja sagen, das Teil schnurrt wie ein Kätzchen – aber tatsächlich hört man NICHTS wenn die Wärmepumpe läuft. Für so viel Geld fast etwas schade, dass man nichts davon mitbekommt. 😉

Fliesen

Nachdem die Wärmepumpe aufgebaut war hatte ich begonnen, den Rest des Kellers weiter zu fliesen. Für Waschmaschine und Trockner habe ich zuerst einen kleinen Sockel aus Porenbeton-Steinen geklebt. Wenn man ein paar mal das Wasser aus der Waschmaschine ablassen musste (z.B. wegen Haarspangen in der Pumpe), weiß man das zu schätzen. 🙂

Die Ytong-Steine habe ich mit Grundierung vorgestrichen und nach der Trocknung einfach mit Fliesenkleber verklebt. Anschließend hatte ich Zeit, die Bereiche um die zuvor für Heizung und Puffer gefliesten „Inseln“ herum zu verlegen (an dieser Stelle auch noch mal vielen Dank an Thomas für die spontane Unterstützung an dem Abend!).

Der ausgesparte Bereich (rechtes Bild, linker Bildrand) wurde übrigens erst im Juli fertiggestellt – da musste ich eine separate Fuge in die Fliesen schneiden, weil darunter die Estrichfuge (für den Pufferspeicher) verläuft.

Den Waschmaschinen-Sockel habe ich dann mit einer günstigen Alu-Kante elegant abgeschlossen. Edelstahl wäre an der Stelle besser (Alu is eben recht weich – 2x die Waschmaschine drüber schieben und schon sind da die ersten Kratzer drin) – aber Edelstahl ist halt deutlich teurer.

In der zweiten April-Woche haben dann auch die „richtigen“ Fliesenleger mit der Arbeite begonnen – mit den Bodenfliesen im Erdgeschoss (Küche, Flur, Abstellkammer, Gäste-WC). Dort haben wir uns für 60x60cm Platten entschieden, die schon etwas mehr Erfahrung und Feingefühl erfordern:

Elektroinstallation – „Plan B“

Während der Rohinstallation der Elektrik kommt irgendwann der Zeitpunkt wo man feststellt, welche Leitungen man vergessen hat. Garantiert. 🙁

Da sich nachträglich keine Leerrohre mehr in den Betondecken verlegen lassen, greift „Plan B“: die Installation auf dem Rohfußboden. Hierfür werden auch Leerrohre verwendet, die alle 50-80cm mit Betonnägeln (Fixpins) und Lochband bündelweise fixiert werden. Folgende Leitungen hatte ich vergessen und somit nachträglich auf dem Boden verlegen müssen:

  • alle Außensteckdosen (Front: 2x Strom, Terrasse Süd: 2x Strom, 1x Netzwerk :), Terrasse Ost: 2x Strom)
  • Stromanschluss für eventuelle Markise
  • Leerrohr zur Haustür (falls die mal irgendwann mit Elektroschloss ausgestattet wird)
  • Steckdose innen neben Haustür
  • Strom & Netzwerk im Eingangsbereich (z.B. für Telefon+Basisstation)
  • Strom für Wandheizkörper im Bad

Zudem waren zwei Leerrohre „kaputt“ (vermutlich beim Betonieren eingedrückt worden) – einmal Netzwerk+TV in einem Kellerraum, sowie ärgerlicherweise eine Wandlampe im Wohnzimmer. Auch die mussten über den Boden.

Nicht am Leerrohr sparen!

Für die Betondecken hatte ich ja das gute FRÄNKISCHE-Leerrohr (FFKuS-EM-F, grau) verwendet und war damit hoch zufrieden. Beim Fußboden habe ich die etwas günstigere Variante FBY-EL-F (schwarz) genommen – die sind etwas leichter zu verlegen, aber nicht so trittstabil. Also am besten gleich die Leitungen einziehen, bevor andere Gewerke darauf herumtrampeln.

Leider gingen mir am Ende die Leerrohre aus, und ich habe kurzerhand beim Hornbach nachgekauft. Die Rohre dort sind bestimmt 30% günstiger als FRÄNKISCHE, aber die Qualität ist absolut unterirdisch. Hat man Leitungen mit etwas mehr Kraft eingezogen (wenn viele Biegungen vorhanden sind), sind die Leerrohre gerissen – ich hab‘ sowas dann mit Gaffertape geflickt. Das Einziehen selbst war die reine Qual – die Reibung darin ist äußerst hoch. Kurzum: beim nächsten Haus 😉 bestelle ich immer 2-3 Rollen mehr von den Leerrohren und schicke den Rest (falls vorhanden) zurück oder verklopfe das bei eBay. Es lohnt sich nicht, hier hundert Euro zu sparen und dafür stundenlang herumzufluchen…
Nichts gegen Hornbach im Allgemeinen (bin dort ja Stammkunde), aber für mehr als 5 Meter Strecke sind deren Leerrohre einfach nicht geeignet.

Fußboden-Installation nur im Notfall

Nach wie vor würde ich versuchen alle Leitungen in den Betondecken zu verlegen und nur im Notfall die Installation auf dem Rohfußboden zu machen. Vielleicht ist das auch Geschmackssache – ein Nachbar hier hatte kein einziges Leerrohr in der Betondecke. Das mag gehen, ich sehe aber keinen einzigen Vorteil darin – eher im Gegenteil, man hat noch mehr Arbeit weil auch noch die Dämmung geschnitzt werden muss:

Einsparmöglichkeiten

Wem die vielen Leerrohre in der Betondecke zu viel werden, der kann einen anderen Trick anwenden: einfach nur eine 7×1,5 NYM-Leitung (am besten in einem DN30-Leerrohr!) in jeden Raum ziehen, und von dort aus dann zu den einzelnen Steckdosen verzweigen. Aber nicht vergessen, dass Elektro nur ca. 50-60% der Leerrohre ausmacht. LAN-Kabel lassen sich nur durch WLAN einsparen (das muss jeder selber entscheiden), und auch Rauchwarnmelder lassen sich auch per Funk vernetzen (entsprechend teurer).

2x Badewanne

Nein, keine 2fach-Badewanne, sondern zwei mal Badewanne.

Beginnen wir mit dem Problem des optimalen Zeitpunkts. Interessanterweise hat jeder Handwerker eine eigene Vorstellung davon, was genau zu welchem Zeitpunkt erledigt sein sollte, und diese Vorstellungen widersprechen sich gegenseitig.
So meinte der Sanitärinstallateur, dass der Fliesenleger eigentlich immer erst die Wände fliest, dann die Badewanne eingemauert und eingebaut wird, und zum Schluß diese eingefliest wird. Klingt erstmal logisch.
Der Fliesenleger aber meint, dass erst die Badewanne eingebaut gehört, und zum Schluß alles auf einmal eingefliest wird. Klingt eigentlich auch logisch. Da Badewanne und Wände aber ohnehin nicht „durchgehend“ eingefliest sind ist es am Ende vermutlich egal. 🙂

Jedenfalls haben eines Tages unsere fleißigen Sanitärleute die Stahlbadewanne eingebaut, angeschlossen und mit Wasser gefüllt (damit sich die Wanne korrekt „setzt“). Am nächsten Morgen machte unser Fliesenleger uns aber auf eine Roststelle mitten auf dem Boden aufmerksam. Dieser Schaden konnte weder beim Einbau noch durch den Fliesenleger verursacht worden sein, viel wahrscheinlicher war ein Lufteinschluß zwischen Stahl und Lackierung, der sich dann unter dem Druck des eingefüllten Wassers über Nacht gelöst hat.

So wurde die schöne Wanne zwei Tage später wieder ausgebaut und die alte Wanne zur Begutachtung durch den Hersteller erstmal vor unserem Haus gelagert.

Der Sanitärgroßhändler hat die einige Tage später abgeholt. Ob die nun als luxuriöser Schweinetrog oder Entenpfuhl genutzt wird, wissen wir leider nicht. 😉

Parkett

Im Wohnzimmer, Arbeitszimmer sowie im komletten Obergeschoss (Kinderzimmer, Schlafzimmer, Flur) sollte Parkett verlegt werden. Da ich schon Erfahrung in der Verlegung von Laminat hatte und wir ohnehin die Kosten im Auge behalten mussten, haben wir uns auch hier für Eigenleistung entschieden. Nach endloser Recherche im Internet und der Bestellung einiger Muster fiel die Entscheidung letztendlich auf HORI Eiche Family UV-geölt mit umlaufender Fase. Die Kosten von knapp 26,- EUR pro m² sind unschlagbar, dazu kommen noch rund 10,- EUR/m² für „Nebenkosten“ (Kleber und Sockelleisten). Insgesamt haben wir für rund 134 m² Parkett rund 4.700,- EUR gezahlt.

Die Lieferung erfolgte prompt und unkompliziert per LKW. Dafür, dass es kurz nach der Anlieferung zu regnen begann, konnten wir natürlich niemanden verantwortlich machen 🙁 (bis der Regenschauer vorbei war haben wir die beiden Paletten mit Planen abgedeckt).

Das Parkett wurde aufgrund der Fußbodenheizung auf dem Boden geklebt. Ich finde das sogar etwas einfacher als eine schwimmende Verlegung, ist aber vielleicht Geschmackssache. Der erste Raum hat natürlich etwas länger gedauert, inzwischen schaffe ich alleine (gemütlich) etwa 3 m² pro Stunde.

Gestartet haben wir mit dem Schlafzimmer, danach folgte das erste Kinderzimmer sowie das Wohnzimmer. Eben die Räume, die nach dem Einzug zuerst benötigt werden (so dass wir keine Möbel mehrfach umräumen müssen).

Malerarbeiten

Umittelbar vor dem Verlegen von Parkett und Fliesen 🙂 haben wir natürlich noch die Wände und die Decken gestrichen. Gestartet haben wir im Keller – der Effekt eines so „sauberen“ Raumes ist absolut beeindruckend.

Die Kinder wurden zeitweise einfach vor einem Tablet „geparkt“. 🙂

Gestrichen haben wir mit Silikat-Innenfarbe von Renovo. Als uns die zeitweise mal ausgegangen war habe ich auch Silikatfarbe bei Hornbach gekauft, die war allerdings deutlich „flüssiger“ und (zumindest bilde ich mir das ein) nicht so gut deckend wie die von Renovo.
Beim Erstanstrich sollte zumindest auf Gips-Untergründen immer noch eine Grundierung verwendet werden. Wir haben nur die Zementputz-Wände (Bäder und einige Kellerräume) ohne Grundierung gestrichen – dort verkieselt die Silikat-Farbe mit dem Untergrund. Die Betondecken haben wir aber sicherheitshalber auch grundiert (die Schalung enthält wohl häufig Trennmittel, die dann noch an der Betonpberfläche haften können).
Unser Verputzer hatte uns den Tipp gegeben, die Grundierung gleich großzügig mit Farbe zu mischen, das spart dann einen Arbeitsgang. Für die Grundierung habe ich deshalb 50% Silikatgrundierung, 25% Farbe und 25% Wasser angerührt. Die Deckkraft war in der Tat recht gut, aber nur ein einziger Anstrich darüber war oftmals doch noch zu wenig.

Die Werkzeuge waren ganz klassisch: Grundierung mit Quast, Anstrich mit Walze. Beim „nächsten Haus“ würde ich mir aber definitiv mal eine sogenannte Airless-Lösung anschauen. Wenn man den Berichten glauben darf schafft man es damit, das gesamte Haus an jeweils einem Tag zu grundieren bzw. zu streichen (d.h. nach drei Tagen ist das Haus komplett grundiert und 2x gestrichen!).

Bei allen fertigen Betonelementen gibt es zwangsläufig winzige Lufteinschlüsse – wenn die Decke weiß gestrichen ist sieht man diese als kleine schwarze Pünktchen. Die Lösungen hierfür sind:

  • Decke tapezieren (Tapete oder Malervlies) und anschließend streichen
  • Decke spachteln (Finish oder Multifinish), schleifen und anschließend streichen
  • Decke einfach so streichen, in die Löcher jeweils einzeln mit der Fingerspitze einen winzigen Klecks Acryl reindrücken, dann noch mal streichen

Wir haben uns übrigens für die dritte Variante entschieden und das nicht bereut – man sieht absolut nichts. Wenn die Decke aber zu Rissen neigt wäre Tapete/Malervlies vielleicht besser. Tapezieren kann man in ein paar Jahren ja aber immer noch. 😉 Zudem waren wir ja ohnehin in jedem Raum mit Acryl unterwegs, um die Fuge zwischen Wand und Decke zu schließen. Der beste Zeitpunkt für die Acrylarbeiten ist übrigens zwischen dem ersten und dem zweiten Anstrich.

Aufbau der Wärmepumpe

Ende März war es soweit: die Wärmepumpe kam. 🙂 Das bedeutete, dass wir rechtzeitig Fliesen unter dem Pufferspeicher und der Wärmepumpe zu legen hatten. Ich war mir unsicher wie es mit der Restfeuchte beim Zementestrich im Keller aussah, und war (beruflich bedingt) zeitlich recht unflexibel, also haben wir nur an den geplanten Stellflächen die Fliesen gelegt.

Bei den Fliesen haben wir keine Kosten und Mühen gescheut 😉 und das Modell Vega Anthrazit von Hornbach für 7,95 €/m² verlegt. Die Menge (bzw. das Gewicht!) sind nicht zu unterschätzen – es war rund eine Tonne Material, das wir mit einem geliehenen Transporter von Hornbach unkompliziert und schnell eingekauft haben. Die Fliesen habe ich dann im geplanten Muster auf den Boden gelegt und somit die zu fliesenden Bereiche festgelegt.

Mein Vater hat mich in die Kunst des Fliesenlegens eingearbeitet, mit dem Ergebnis war ich durchweg zufrieden.

Ein paar Tage später war dann der Heizungsbauer aktiv:

Bei der Wärmepumpe handelt es sich um die SWC 82K3 von Alpha Innotec. Das Modell hatte der Heizungsbauer vorgeschlagen, und ich bereue das bislang überhaupt nicht. Der Hersteller kommt quasi „aus der Region“ (ist von uns aus <50km entfernt), hat jahrelange Erfahrung und eine exzellente Beratung.

Die darauffolgenden Tage war unser Heizungsbauer dann mit der Verrohrung im Technikraum beschäftigt – und da kam ganz schön was zusammen. Zeitgleich hat der Brunnenbauer die Soleleitungen gespült und mit Sole gefüllt. Der Heizungsbauer hat nach Anschluss der Wärmepumpe die Soleleitung entlüftet und verpresst.

Verteilerschrank

Nachdem wir im Januar die meisten Leitungen eingezogen hatten ging es Anfang März an den Verteilerschrank. Mit dem Elektriker wurde vereinbart, dass ich den Verteilerschrank selber verdrahte und er dann später den (separaten) Zählerschrank anschließt sowie am Ende die gesamte Anlage durchmisst.

Nach einer etwa einwöchigen Planungsphase stand das Equipment fest: ein „Hager ZB35S“ sollte es werden, ausgestattet mit verschiedenen fertigen Modulgruppen (UD21A1 usw). Dazu ordentliche Kabelrinnen (OBO Bettermann RKSM). Da der Schrank und die Kabelrinne per Spedition versendet werden mussten, habe ich diese im selben Shop bestellt um Versandkosten zu sparen. Die Hager-Schrankmodule (UD…) hatte ich in einem anderen Shop bestellt, wo diese nochmal deutlich günstiger waren, dort dauerte der Versand nur leider etwas länger. An einem Mittwoch Vormittag wurde alles angeliefert, mit der Familienkutsche zur Baustelle gefahren und am Donnerstag Abend mit der Installation begonnen.

Das war die Ausgangssituation:

Zuerst habe ich den Schrank an die Wand geschraubt (ging zum Glück alleine, sieht schwerer aus als es ist) und anschließend die Kabelbündel gelöst und grob vorsortiert:

Dann konnte ich schon die Trägermodule einbauen (die wurden später übrigens noch mal versetzt):

Ich bereue es überhaupt nicht, mich für diese Module entschieden zu haben: die Installation ist kinderleicht, alle Komponenten sind aufeinander abgestimmt und mir hatte nichts gefehlt (außer zwei zu wenig bestellten Trägerschienen weil ich mich verrechnet hatte). Das System ist relativ einfach: es gibt diese Module in verschiedenene Breiten (ein bis zwei Felder), in verschiedenen Höhen (ich glaube ein bis drei Reihen) sowie mit isolierten Hutschienen (ideal für Reihenklemmen) und mit „normalen“ Hutschienen und offenen Abdeckungen. Eine genaue Stückliste plane ich am Ende noch mal zu veröffentlichen.

Die Reihenklemmen

Dann ging es auch schon an die eigentliche Fleißarbeit: das Auflegen aller Leitungen auf die Reihenklemmen. Bei der KNX-Installation ist das obligatorisch, weil man so beliebig zwischen Aktoren und Verbrauchern (=Steckdosen/Lampenauslässen) umklemmen kann. Bei einer „konventionellen“ Verdrahtung braucht man das normalerweise nicht, da werden die NYM-Leitungen direkt an die Sicherungsautomaten angeklemmt.

Ich hatte mich für das Klemmensystem von PHOENIX entschieden und auch das nicht bereut. Es gibt für wirklich jeden Zweck die passende Klemme.

Es hat ganz schön lange gebraucht bis ich guten Gewissens die erste NYM-Leitung abgezwickt hatte („ab ist ab“ – da will man keinen Fehler machen), und irgendwann war die erste Klemme fertig aufgelegt:

Den Freitag Abend und den kompletten Samstag habe ich dann im Keller verbracht und durfte am Ende auf das Ergebnis stolz sein:


Nach weiteren fleißigen Abenden konnte ich dann endlich die ersten KNX-Geräte einbauen und mit der Verdrahtung loslegen:

Fortsetzung folgt.