Brunnenbohrung

Brunnenbohrung

Sowohl unser Architekt als auch der unserer Nachbarn hat unabhängig voneinander den selben Planungsfehler gemacht: die Regenwasser-Leitungen sind zu tief verlegt. Normalerweise ist das recht egal – nicht aber, wenn man damit eine Regenwasser-Zisterne speisen möchte (was unsere Nachbarn und wir jeweils geplant hatten). Die Zisternen müssten somit ziemlich tief gesetzt werden.

Unsere Nachbarn und wir kamen daher auf die Idee, gemeinsam einen Brunnen bohren zu lassen. Schnell wurden insgesamt fünf Angebote eingeholt, die alle fast beim selben Preis lagen. Die anteiligen Kosten für einen gemeinsamen Brunnen sind kaum höher als wenn sich jeder eine Zisterne einbauen ließe. Da uns die Bodenbeschaffenheit und die Grundwassertiefe aufgrund der Wärmepumpen-Bohrungen auch bekannt waren, waren schlechte Überraschungen oder das Risiko einer erfolglosen Bohrung eher unwahrscheinlich. Zudem liefert ein Brunnen auch in langen Trockenphasen noch Wasser, während die Zisterne auf Regen angewiesen ist.

In unserer Gemeinde ist es so, dass Brunnenbohrungen zur Gartenbewässerung nur angezeigt, nicht aber beantragt/genehmigt werden müssen. Zwar muss der Brunnenbohrer auch beim Anzeigeverfahren auf eine Rückmeldung des Umweltamts warten, das kostet aber nur eine geringe Gebühr (25 €) und geht relativ schnell (1-2 Wochen).

So rückte dann eines Tages ein Brunnenbauer mitsamt schwerem Gerät an, und verwandelte unseren erst wenige Monate vorher angelegten Rasen in ein Stück Sumpflandschaft. Zum Glück wussten wir bereits, was uns da erwartet…

Brunnenbohrgerät Ehemals Rasen, jetzt wieder Baustelle Bohrrohre

Die Bohrung ging insgesamt 26 Meter tief, vor allem durch Lehm und Sandstein, und dauerte insgesamt fast drei Tage (wobei die Arbeiter es nicht direkt „eilig“ hatten, und zwischendrin auch auf eine andere Baustelle abberufen wurden). Irgendwann war das Loch jedoch fertig – nur ein unscheinbares DN125-Rohr in Blau guckte aus der Erde raus.

Den zweiten Bauabschnitt – den „Brunnenausbau“ – machten wir in Eigenleistung. Als sogenannte „Brunnenstube“ haben wir ein schlichtes KG-Rohr (DN400, 100cm lang) um das Brunnenrohr gesetzt. Dieses Rohr steht auf einem selbsterstellten Betonring (aus Estrichbeton), der Boden wurde mit Kies und Schotter etwas angefüllt. Als Schachtdeckel dient ein passender Kunststoffdeckel aus dem selben System.

Bei der Pumpe haben wir uns vorerst für ein äußerst preisgünstiges Modell entschieden: eine Einhell GC-DW 1300 N, die wir in einem Sonderangebot für unter 200 € erhalten haben. Für die Steigleitung verwenden wir ein PE-Rohr (32mm), den Abschluß des Brunnens bildet ein Stülpdeckel für rund 70 €. Für den gesamten „Kleinkram“ (Rohre, Fittinge, Stülpdeckel, Kleinkram) kamen noch rund 250 € zusammen – insgesamt hat uns der Brunnenausbau (Pumpe, Brunnenstube, Verrohrung) also rund 500 € gekostet.

Gemäß der vom Brunnenbauer vorgeschriebenen Einbautiefe (ca. 1,5m über dem Brunnen-Ende) haben wir das Rohr entsprechend abgelängt, mit Pumpe und Stülpdeckel verbunden, und anschließend alles ordentlich fixiert.

Einhell GC-DW 1300N Anschluss der Pumpe an der Steigleitung Stülpdeckel Stülpdecke für einen sauberen Brunnenabschluss

Dann kam der spannende Moment: wir haben die Pumpe vorsichtig in den Brunnen herabgelassen, provisorisch einen Gartenschlauch angeschlossen und die Pumpe mit Strom versorgt.

Pumpe und Steigleitung für den Einbau vorbereitet Fertiger Brunnen.

Das Wasser schoss förmlich aus dem Schlauch. In der ersten Minute war das eine kakaobraune Brühe (vermutlich aufgrund von Schlammresten der Bohrung), danach kam aber klares, sauberes Wasser.

Wie geht’s weiter?

Die Pumpe liefert genügend Druck, um beide Gärten auch gleichzeitig bewässern zu können. Im nächsten Bauabschnitt (irgendwann nun im Frühjahr) soll die Steigleitung vom Brunnen weiter zur Garage geführt werden. Dort kommt ein Ausgleichsbehälter und ein Druckschalter dran, womit die Pumpe dann automatisch bei Wasserentnahme geschalten wird. Danach wird das ganze an unsere geplante automatische Beregnungsanlage angeschlossen.

Es gibt also noch viel zu tun – Fortsetzung folgt… 🙂

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