Verteilerschrank

Nachdem wir im Januar die meisten Leitungen eingezogen hatten ging es Anfang März an den Verteilerschrank. Mit dem Elektriker wurde vereinbart, dass ich den Verteilerschrank selber verdrahte und er dann später den (separaten) Zählerschrank anschließt sowie am Ende die gesamte Anlage durchmisst.

Nach einer etwa einwöchigen Planungsphase stand das Equipment fest: ein „Hager ZB35S“ sollte es werden, ausgestattet mit verschiedenen fertigen Modulgruppen (UD21A1 usw). Dazu ordentliche Kabelrinnen (OBO Bettermann RKSM). Da der Schrank und die Kabelrinne per Spedition versendet werden mussten, habe ich diese im selben Shop bestellt um Versandkosten zu sparen. Die Hager-Schrankmodule (UD…) hatte ich in einem anderen Shop bestellt, wo diese nochmal deutlich günstiger waren, dort dauerte der Versand nur leider etwas länger. An einem Mittwoch Vormittag wurde alles angeliefert, mit der Familienkutsche zur Baustelle gefahren und am Donnerstag Abend mit der Installation begonnen.

Das war die Ausgangssituation:

Zuerst habe ich den Schrank an die Wand geschraubt (ging zum Glück alleine, sieht schwerer aus als es ist) und anschließend die Kabelbündel gelöst und grob vorsortiert:

Dann konnte ich schon die Trägermodule einbauen (die wurden später übrigens noch mal versetzt):

Ich bereue es überhaupt nicht, mich für diese Module entschieden zu haben: die Installation ist kinderleicht, alle Komponenten sind aufeinander abgestimmt und mir hatte nichts gefehlt (außer zwei zu wenig bestellten Trägerschienen weil ich mich verrechnet hatte). Das System ist relativ einfach: es gibt diese Module in verschiedenene Breiten (ein bis zwei Felder), in verschiedenen Höhen (ich glaube ein bis drei Reihen) sowie mit isolierten Hutschienen (ideal für Reihenklemmen) und mit „normalen“ Hutschienen und offenen Abdeckungen. Eine genaue Stückliste plane ich am Ende noch mal zu veröffentlichen.

Die Reihenklemmen

Dann ging es auch schon an die eigentliche Fleißarbeit: das Auflegen aller Leitungen auf die Reihenklemmen. Bei der KNX-Installation ist das obligatorisch, weil man so beliebig zwischen Aktoren und Verbrauchern (=Steckdosen/Lampenauslässen) umklemmen kann. Bei einer „konventionellen“ Verdrahtung braucht man das normalerweise nicht, da werden die NYM-Leitungen direkt an die Sicherungsautomaten angeklemmt.

Ich hatte mich für das Klemmensystem von PHOENIX entschieden und auch das nicht bereut. Es gibt für wirklich jeden Zweck die passende Klemme.

Es hat ganz schön lange gebraucht bis ich guten Gewissens die erste NYM-Leitung abgezwickt hatte („ab ist ab“ – da will man keinen Fehler machen), und irgendwann war die erste Klemme fertig aufgelegt:

Den Freitag Abend und den kompletten Samstag habe ich dann im Keller verbracht und durfte am Ende auf das Ergebnis stolz sein:


Nach weiteren fleißigen Abenden konnte ich dann endlich die ersten KNX-Geräte einbauen und mit der Verdrahtung loslegen:

Fortsetzung folgt.

7 thoughts on “Verteilerschrank”

  1. Hallo Bauherr, die Reihenklemmen sehen sehr schön aus. Sie haben sicherlich zwischen Wago Topjob und Phoenix abgewogen. Was sprach für Phoenix. Ich stehe gerade vor der Entscheidung. Bei mir gibt es diverse 7×1,5mm, 5×1,5mm und 3×1,5 Nym-Leitungen. Diese würde ich ebenfalls gerne auf Reihenklemmen setzen, kann mich aber gerade nicht entscheiden…Vielleicht haben Sie ja einige Tipps!
    Viele Grüße

    1. Ich hatte im Bekanntenkreis bis dahin auch nur die Phoenix-Klemmen gesehen, außerdem habe ich das Gefühl dass die auch in Klein-/Einzelmengen relativ günstig verfügbar sind. Die meisten Klemmen hatte ich bei http://www.mosel-elektro.de bestellt, die KNX-/1Wire-Klemmen bei http://www.voltus.de
      Neben den reinen Klemmen für die NYM-Leitungen braucht man noch eine ganze Menge weiteres Zubehör. Wenn man z.B. mit N-Sammelschienen arbeitet braucht man entsprechende Auflageblöcke, N-Anschlussklemmen u.v.m. – ich hatte das auf der Phoenix-Website immer relativ schnell gefunden. Auch im KNX-User-Forum (www.knx-user-forum.de) scheint der Trend eher zu Phoenix zu gehen.
      Ich werde mal die Teilenummern heraussuchen und einen separaten Beitrag dazu schreiben. 🙂

  2. Hallo Bauherr, super Beitrag. Lange habe ich nach angemessenen Beiträgen mit solchen Infos gesucht. Gibt es inzwischen eine Erfahrung im Nachgang zu der Installation?
    Immer noch zufrieden, auch nach dem Einzug, umklemmen, ergänzen, etc.?
    Darf ich nochmal nach der Teilenummer fragen? Die Klemmen interessieren mich auch.
    Lieben Dank!

    1. Danke für das Lob 🙂
      Inzwischen ist ja fast ein Jahr vergangen. Ich bereue bislang nichts an dem Aufbau. Die Flexibilität zum „Umverdrahten“ ist genial. So habe ich kürzlich erst noch mal Lampen von einem normalen Schaltaktor auf einen Dimmaktor umgeklemmt, oder einige Aufputz-Steckdosen im Technikraum dazugeklemmt. Schaltbare Steckdosen nutzen wir derzeit fast noch gar nicht, da ist aber noch viel geplant (Kaffeemaschine, Deckenfluter, …). Ich finde es jedenfalls sehr beruhigend, das jederzeit ohne größeren Aufwand umbauen zu können.
      Teileliste reiche ich nach – dann gleich mit Detailfotos vom Verteilerschrank. 🙂

    1. Detail-Bilder vom Schrankaufbau mitsamt Teileliste reiche ich nach (ich habe mir das mal für die Osterfeiertage vorgenommen) 😉

      Der Schrank ist ein Hager ZB35S, die „Füllung“ besteht hauptsächlich aus:
      UN07A (Tragschienen), UD21A1, UD22A1, UD21B1, UD22B1, UD31B1, UD32B1. Die mit „A“ sind für Reihenklemmen (isolierte Hutschienen!), die mit „B“ für Reiheneinbaugeräte.

      Ich hatte den Schrank zusammen mit den Kabelrinnen bei einem Händler bestellt (konnte somit zusammen auf einer Palette geliefert werden, spart Versandkosten). Die anderen Bausteine hatte ich bei einem anderen (günstigeren) Händler bestellt.

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